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Hier will ich mal einige Unterschiede zwischen WTAS (WingTsun-Altmayer-System) und dem klassischen WingTsun verdeutlichen

WTAS hat keine geradlinige Vorwärtsverteidigung und auch kein nach vorne geradlinig gerichtetes Keilprinzip. Dieses Prinzip ist überholt, da es den Verteidiger, im Nahkampf nicht richtig schützt! WTAS hat daher eine zentrale – aus der Mitte kommende Kreisdeckung die durch den richtigen Einsatz von Oberkörper und Hüfte unterstützt wird. Die Arme werden nicht wie im klassischen WingTsun gerade nach vorne gestreckt, sondern bewegen sich in einer Kreisbewegung aus der Mitte nach oben und decken so beim Angriff den eigenen Körper. Eine geradlinige Vorwärtsverteidigung kann dies nicht, da sie keine Deckung in der Höhe zulässt. Daher macht ja auch der Schüler ebenso wie der Lehrer oft die Erfahrung, dass er immer wieder bei Angriffen getroffen wird und oft hilflos und ungedeckt in die Angriff hinein läuft. Man könnte auch die WTAS-Deckung mit einem Ritter vergleichen, der Schild und Schwert hat. Mit dem Schild deckt er seine komplette Seite inklusive Kopf, geht so gedeckt in den Angriff und kann gleichzeitig mit seinem Schwert agieren. Somit ist er immer geschützt und kann auch im Angriffbereich des Gegners relativ gefahrlos sich bewegen.

Bei der WTAS Deckung ist es nicht anders. Durch unsere Handhaltung und kreisförmigen Bewegungen wird unser Körper und Gesicht optimal geschützt, gleichzeitig kann sehr effektiv angegriffen werden.

Beim WingTsun (WT) – man nehme mal die klassische Abwehr Man-Sau (Suchende Arm) und Wu-Sau (Schützende Arm),- die Man-Sau nimmt Kontakt mit dem gegnerischen Arm auf. Geht der Angriffsdruck Richtung Schulter (nicht diagonal), klappt die Man-Sau dann in Taan-Sau (Handfläche nach oben Arm) um und die Wu-Sau wird zum Fauststoß nach vorne gestoßen.

Allein bei dieser Abfolge sind viele Fehler, woher weiß ich denn wie der Angreifer angreift? Was passiert wenn er täuscht? Kann ich einen starken Angriff überhaupt so abwehren – oft macht der Schüler hier die Erfahrung, dass seine Deckung einbricht! Genau das ist aber der Ernstfall. Der Schüler bekommt oft Bewegungsabfolgen gezeigt, die so in einem realen Kampf nicht funktionieren!

Jetzt werden bestimmt welche den Einwand finden – aber das kann doch bei WTAS auch passieren. NEIN, kann es nicht, da wir dem Angriff nicht durch eine geradlinige Vorwärtsverteidigung begegnen, sondern mit einer kreisförmigen. Hierdurch wird der Schlag an sich schon abgelenkt und gleichzeitig ist dabei unser Gesicht gedeckt! Beim WTAS besteht auch nicht die Gefahr, dass der Angreifer einfach über den Taan-Sau rutscht, oder die Armwinkel eindrückt und im schlimmsten Falle dadurch unser Kopf getroffen werden kann. Der Kopf wird immer durch unsere Vertikalwendung automatisch aus dem Gefahrenbereich gebracht.

Handtechniken im WTAS werden daher immer mit einer Vertikalwendung – aus der Hüfte – kombiniert! Sie unterstützt und festigt den Angriff oder Abwehr, gleichzeitig schützt sie den Kopf, da er rückwärts verlagert wird! Sobald die Arme Kontakt bekommen, nehmen sie den Druck durch eine Kreisbewegung auf und decken gleichzeitig das Gesicht. Hierbei ist es egal in welcher Höhe der Angriff erfolgt, man ist immer gedeckt! Durch eine spezielle Hüftachsen- Drehung kann der Druck des Schlages aufgenommen werden und der Gegenangriff direkt beginnen.

Wichtig und einzigartig im WTAS ist das Anti-Fintenprogramm in Kombination mit dem Timingtraining. Kein Kampfsystem auf der Welt hat ein solches Programm. Es ist Bestandteil der Schülergrade 1-12. Sehr früh hat hier schon Sifu Altmayer erkannt, dass bei der visuelle Erkennung eines Angriffs und die im klassischen WingTsun darauf folgende geradlinige Vorwärtsverteidigung mit dem Keilprinzip nicht funktioniert, da man bei Täuschungsmanövern hier keine Deckung hat. Die Ansteuerung über die Hände wird hier in diesem Programm abtrainiert, da sie die Ursache für das Getroffen werden beim Fintieren ist! Es werden hier Kreisbewegungen mit Ansteuerung über den Ellenbogen trainiert.

Die meisten Fehler sind daher:

1. Das geradlinige Ausstrecken der Hände in Kombination mit dem Keilprinzip

2. Das einfache Hineinlaufen in den Angriff mit Angrifftechniken –gerade hier wird man auch getroffen!

3. Die falsche Ansteuerung über die Hände – Verteidiger sieht Angriff und will ihn mit z.B. Paak-Sau und Fauststoß abwehren. Dieses handgesteuerte Training ist falsch, da es die Fintenanfälligkeit erhöht

4. Das fehlende Timingtraining

5. Das fehlende Kombinationstraining von Hand, Hüfte und Schrittarbeit – Programmabläufe sind hier fehl am Platz! Sie bereiten nicht auf den Ernstfall vor!

Mit diesem Blog, soll mal ein kleiner Unterschied zwischen WingTsun Altmayer System und dem klassischen WingTsun aufgezeigt werden.

Es soll hier kein System schlecht gemacht werden, sondern eine sachliche Diskussion sein. Ich kann nur von mir sagen, seit ich WTAS mache fühle ich mich mit der Deckung am sichersten und ich merke ja, das es funktioniert. Bei den anderen Deckungen hatte ich immer ein Gefühl der Unsicherheit. Ich freue mich auf jede Antwort aber bitte sachlich und vernünftig!



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